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Versicherungsschaden im Betrieb: Was wirklich auf dem Spiel steht

  • Autorenbild: Vivendum Assekuranz
    Vivendum Assekuranz
  • 30. Juli
  • 4 Min. Lesezeit

So was passiert mir schon nicht. Versicherungsschaden im Betrieb.

Diesen Satz hört man oft. Und ich verstehe ihn. Niemand plant einen Schadensfall. Niemand

rechnet damit, dass ein Leitungsrohr bricht, eine Immobilie abbrennt oder auf einer Baustelle

etwas Unvorhergesehenes passiert. Und genau deshalb lohnt es sich, drei Geschichten aus der

Praxis zu erzählen. Weil sie zeigen, was auf dem Spiel steht. Und weil sie zeigen, warum guter

Versicherungsschutz und professionelle Begleitung im Ernstfall zwei verschiedene Dinge sind,

die beide gebraucht werden.


Vivendum Assekuranz, Versicherungsmakler fuer Schadensbegleitung und gewerbliche Absicherung - Versicherungsschaden Betrieb

Geschichte 1: Ein 3mm-Loch und fast eine halbe Million Euro Schaden

Das war kein weit entfernter Fall aus einer Fachzeitschrift. Das war der Betrieb meines

Mannes.

Ein Restaurant im Frühsommer. Feuchte Wände im Gastraum, bis zur Hüfte hoch. Zunächst

unklar, woher die Feuchtigkeit kommt. Der Verpächter wurde informiert, seine

Wohngebäudeversicherung eingeschaltet. Wir haben die Inhaltsversicherung des Restaurants

gemeldet. Eine Leckortung wurde angeordnet. Und dann begann das, was in solchen Fällen oft

passiert: Es dauerte.

Wochen, in denen gesucht, gebohrt, geöffnet wurde. Der Boden im Gastraum wurde

aufgemacht. Der Boden vor dem WC. Sämtliche verdächtigen Stellen. Die eigentliche Ursache

ließ sich erst durch eine umfassende Kernsanierung lokalisieren. Die Entscheidung fiel: Das

Restaurant muss geschlossen werden.

Wir haben damals gedacht, das dauert drei bis vier Wochen. Wir haben die Schließung in den

September verlegt, wo ohnehin Betriebsurlaub geplant war. Aus drei bis vier Wochen wurden

knapp sieben Monate.

Die Ursache, als sie endlich gefunden wurde: ein drei Millimeter kleines Loch in einer

Fußbodenleitung in der Küche. Drei Millimeter. Sämtliche Wände von oben bis unten waren

durchfeuchtet. Die komplette Kernsanierung war unausweichlich.


Gesamtschaden: knapp eine halbe Million Euro. Wohngebäude, Inhalt und Betriebsunterbrechung zusammen.

Was mich bis heute beschäftigt: Unser damaliger Versicherungsbetreuer, ein

Mehrfachvertreter, hat uns in diesem Schadensfall kein einziges Mal aktiv unterstützt. Wir

mussten die Schadensregulierung vollständig selbst organisieren. Ich hatte zum Glück eigene

Branchenkenntnisse und eine Kollegin aus der Schadensabteilung meines damaligen

Arbeitgebers, die mir geholfen hat. Gemeinsam haben wir mit dem Versicherer wegen der

Betriebsunterbrechungszahlungen korrespondiert, Fristen überwacht, Nachweise organisiert.

Was wäre gewesen, wenn wir diese Kenntnisse nicht gehabt hätten?Und dann noch eine Lehre, die nicht vergessen werden sollte: Der Verpächter des Restaurants

hatte einen so alten Gebäudeversicherungsvertrag, dass der Mietausfall darin nicht versichert

war. Wir haben die Mietzahlungen für die Dauer der Schließung eingestellt. Er saß sieben

Monate lang auf seiner Miete. Ein Vertrag, der jahrelang ungeprüft weitergelaufen war, wurde

in einem Schadensfall zur Falle.


Geschichte 2: Wenn eine Immobilie abbrennt

Im Rahmen meiner Tätigkeit bei einem internationalen Maklerhaus habe ich ein großes Real-

Estate-Mandat betreut. Bei einem Bauvorhaben brannte ein leerstehendes Objekt vollständig

ab. Von oben bis unten. Totalschaden.

Was ich in diesem Fall gelernt habe, war nicht die Schadensumme, so hoch sie war. Es war die

Erkenntnis, wie vollständig ein Unternehmen in einem solchen Moment auf professionelle

Unterstützung angewiesen ist. Der Versicherungsnehmer steht vor einem rauchenden

Gebäude und weiß im ersten Moment nicht, wie die nächsten Schritte aussehen. Wer meldet

was, wann, an wen? Welche Unterlagen werden benötigt? Wie läuft die Begutachtung? Wie

wird die Entschädigung berechnet?

Ein erfahrener Makler übernimmt in diesem Moment die Steuerung. Er kommuniziert mit dem

Versicherer, koordiniert Gutachter, dokumentiert den Schaden und sorgt dafür, dass die

Regulierung nicht ins Stocken gerät. Ohne diese Begleitung ist der Versicherungsnehmer auf

sich gestellt in einem Moment, in dem er alle anderen Kapazitäten braucht.

Versicherungsschutz im Schadensfall ist nicht nur eine Police. Es ist die Person, die in diesem Moment an Ihrer Seite steht.

Geschichte 3: Schwere Personenschäden auf einer Großbaustelle

Der dritte Fall ist der schwerste, und ich möchte ihn mit der nötigen Ernsthaftigkeit

ansprechen.

Im Oktober 2023 ereignete sich auf einer der größten Baustellen Hamburgs ein schweres

Unglück. Ein Baugerüst stürzte aus großer Höhe in die Tiefe. Fünf Bauarbeiter kamen ums

Leben, ein weiterer wurde lebensgefährlich verletzt. Ein Ereignis, das Hamburg erschüttert hat

und dessen Schwere hier nicht relativiert werden soll.

Was ich aus meiner Berufserfahrung in solchen Fällen beobachte, ist folgendes: Die

Öffentlichkeit diskutiert über Ursachen, Verantwortlichkeiten und Auflagen. Was sie nicht

sieht, sind die Versicherungsleistungen, die in solchen Fällen erbracht werden.

Haftpflichtansprüche der Hinterbliebenen, Personenschadenregulierungen, Rechtsbeistand,

Absicherung der betroffenen Unternehmen und Familien.

Es ist ein verbreitetes Vorurteil: Die Versicherung zahlt sowieso nicht, wenn es darauf

ankommt. Die Realität, die ich in 16 Jahren auf beiden Seiten des Marktes erlebt habe, sieht

anders aus. Versicherer leisten. In Millionenhöhe, in Schadensfällen, die Existenzen und

Familien betreffen. Man sieht es nur nicht, weil diese Leistungen nicht öffentlich werden.

Dieser fehlende Einblick ist ein Teil des Problems: Wer nie sieht, was Versicherung im Ernstfall

leistet, unterschätzt ihren Wert. Bis der eigene Ernstfall eintritt.


Versicherungsschaden Betrieb: Was alle drei Fälle gemeinsam zeigen


Erstens: Schadenfälle treffen immer die, die nicht damit gerechnet haben. Drei Millimeter. Ein

Funken. Ein fallendes Gerüst. Die Ursachen sind oft klein. Die Konsequenzen sind es nicht.


Zweitens: Der Versicherungsschutz ist das eine. Die Begleitung im Schadensfall ist das andere.

Beides zusammen entscheidet darüber, wie ein Schaden endet. Wer einen Betreuer hat, der

im Ernstfall nicht erreichbar ist oder nicht handelt, ist mit einem guten Vertrag allein.


Drittens: Alte Verträge haben Lücken. Was vor Jahren abgeschlossen wurde, passt nicht

automatisch zur heutigen Situation. Der Verpächter des Restaurants hatte keinen Mietausfall

versichert, weil dieser Schutz in seinem alten Vertrag schlicht nicht vorgesehen war.

Wir bei Vivendum Assekuranz begleiten unsere Mandanten nicht nur beim Abschluss. Wir sind

der Ansprechpartner, wenn es darauf ankommt. Im Schadensfall, bei der Regulierung, bei den

Gesprächen mit dem Versicherer.


Denn genau dann zeigt sich, was ein Makler wirklich wert ist.



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